Deutsche und Internationale Make Up Meisterschaft 2018

Ja was soll ich sagen...Als ich mich 2015 das erste Mal für die Deutsche Meisterschaft beworben und qualifiziert habe, war ich vollkommen aus dem Häuschen. Der Brief kam einen Tag nach meinem Geburtstag, den ich an diesem Tag groß feiern wollte - wenn das nicht mal gepasst hat. Ich war wochenlang vor dem Wettbewerb absolut nervös. Bin mit klopfendem Herzen ins Bett und morgens so wieder aufgewacht. Als der Tag endlich gekommen war, könnt ihr euch vorstellen wie nervös ich DANN gewesen bin. 30 Minuten Zeit, 30 Minuten volle Konzentration - 30 Minuten Hände zittern.

Im Jahr 2016 habe ich es nicht aufs Treppchen geschafft. Ich war nicht allzu sehr enttäuscht, denn ich war stolz bis hierhin gekommen zu sein. Aber ich habe mir gesagt: Irgendwann kommst du nochmal wieder.

 

Ende 2017 hat mich dann der Impuls gepackt und ich habe mir gesagt: komm bewirb dich einfach nochmal, mal sehen was passiert. Und tatsächlich: ich habe mich ein zweites Mal qualifizieren können und habe mich wieder unheimlich gefreut. Aufgeregt war ich auch, aber bei Weitem nicht sooo sehr wie damals. Vielleicht weil ich wusste, was auf mich zukommt - vielleicht aber auch, weil ich durch viele Termine nicht so viel Zeit hatte mir Gedanken darüber zu machen.

 

Der 09.03.2018 rückte näher und wie es das Schicksal so wollte, wurde ich einen Tag vor Abreise krank. Am Abreisetag hatte ich Fieber. Naja, was solls. Ich hatte es nicht bis hierher geschafft um es jetzt abzusagen, also Augen zu und durch.

 

Am Tag der Deutschen Meisterschaft wurde ich vom hr begleitet. Wieder nicht so viel Zeit um aufgeregt zu sein, da ich mit anderen Dingen beschäftigt war - unter anderem auch meinen Kreislauf auf Trab zu halten. :)

Und dann hieß es wieder 30 Minuten Zeit, 30 Minuten volle Konzentration - und 30 Minuten weniger Hände zittern als damals.

Dann war das Warten angesagt...sehr lange warten. Und als der Moment dann endlich gekommen war und mein Name aufgerufen wurde als es um den 1. Platz ging, war ich sprachlos. Jetzt kam doch das Zittern, die Tränen und unendliche Freude. In dem Moment kann man es gar nicht so richtig fassen, dass man sich gegen 9 andere Make Up Artists durchgesetzt hat. Den schweren Pokal in der einen und die Urkunde in der anderen Hand, gibts erstmal ein kleines Blitzgewitter - was ja nicht so wirklich meins ist..

 

Das "Ausmaß" meines Gewinns habe ich erst später am Abend realisiert, denn ich durfte am nächsten Tag Deutschland bei der Internationalen Make Up Meisterschaft vertreten. Ich gegen 14 andere Länder...? Du liebe Güte... Für mich hieß es aber leider nicht feiern, sondern ab ins Bett, damit ich überhaupt in der Lage war am nächsten Tag anzutreten.

 

Nun war Samstag und ich durfte 14 weitere Make Up Artists aus allen möglichen Ländern kennen lernen. Österreich (meine liebe Denise, die den 3. Platz belegt hat <3), Schweiz (die jüngste von uns allen, zwirbelig und so voller Energie!!), Russland, Finnland, Großbritannien (2. Platz), Schweden, Italien....es war ein tolles Erlebnis! Dadurch, dass die Meisterschaft erst am Nachmittag anfing, hatte man Zeit sich etwas kennen zu lernen und die Aufregung hielt sich in Grenzen. Ich dachte mir: Hey, du darfst bei der Internationalen Meisterschaft mitmachen, mehr als du dir erhofft hast, also mach einfach das was dir Spaß macht.

Natürlich hat mich das nicht vollkommen von meiner Aufregung befreit, aber es hat mir etwas geholfen.

Als es dann endlich soweit war und wir während der Modenschau auf die nachfolgende Siegerehrung warteten, stieg die Aufregung dann doch sehr weit nach oben.

 

Nun waren wir alle auf der Bühne und warteten mal wieder. Als der dritte Platz verlesen wurde und mein Name nicht genannt wurde, war plötzlich alle Aufregung von mir abgefallen. Denn ich dachte mir: Ok, wenn du aufs Treppchen kommen solltest, dann wird es maximal der dritte Platz werden und wenns der nicht ist, dann wird dein Name auch nicht mehr genannt.

 

Doch als dann plötzlich bei Verkündung des ersten Platzes mein Name genannt wurde, dachte ich im ersten Moment es sei ein Scherz. Ich konnte es wirklich nicht fassen. Die Tränen liefen wieder (diesmal hatte der liebe Moderator wohlweißlich ein Taschentuch parat) und ich musste irgendwie meine Stimme mobilisieren um ein paar Töne ins Mikrofon zu krächzen, denn leider hatte mich meine Stimme an diesem Tag irgendwann komplett im Stich gelassen.

 

Nun stand ich da, mit dem zweiten großen Pokal in zwei Tagen in der Hand. Vollkommen unfassbar für mich. Doch ich hatte es bis hierhin geschafft und ich habe es mir nie im Leben erträumt, dass es mal so sein würde. Aber ich hatte mir ja 2016 gesagt: irgendwann kommst du nochmal wieder. Und im stillen Hinterstübchen mit dem Zusatz: Und dann rockst du das Ding.

 

Feiern konnte ich an diesem und leider auch am darauffolgenden Wochenende nicht. Doch das werde ich mit Sicherheit noch nachholen.

 

Nach einem laaaangen Text (mich würde mal interessieren, wer es alles durchgehalten hat) bleibt mir einfach nur zu sagen, bleibt dran. An allem was ihr euch vornehmt, glaubt an euch, fokussiert eure Ziele, aber seid nicht zu verbissen - ansonsten steht ihr euch selbst im Weg. Und das allerwichtigste: Habt Spaß!

 

Everything comes to you at the right moment - be patient.

 

Eure Daniela

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Franzi (Mittwoch, 28 März 2018 23:42)

    Ich mag deine Blogeinträge :) Und der Text war gar nicht lang. Solltest du öfter machen, wenn die Zeit es zulässt.

Hair & Make Up Artist

German and international make up championships winner 2018

Daniela Riwoldt

Frankenberg / Titisee